Rudern im Winter auf dem Wasser

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich denn auch im Winter rudern gehen würde. Für Leute außerhalb des Rudersports scheint das anscheinend recht außergewöhnlich, wenn man sich im Winter bei Kälte, Nässe und Schnee an und auf einem See aufhält. Da ich aber schon fast mein ganzes Leben auch im Winter rudern gehe, kam mir anfangs diese Frage ziemlich komisch vor. Mittlerweile antworte ich immer, man geht im Winter ja auch joggen, und die winterliche Belastung ist beim Rudern meist nicht viel schlimmer als beim Laufen. Trotzdem hier ein paar Punkte, die man beachten sollte.

kalte Hände

Da man das Rudern eigentlich immer ohne Handschuhe durchführt, besteht zum Anfang der Trainingseinheit die Gefahr, dass man kalte Finger bekommt. Allerdings wenn man erst mal 10 Minuten gerudert ist, kommt man langsam ins Schwitzen und auch die Hände werden dann auch warm. Deswegen sollte man sich von kalten Händen nicht vom Rudern abhalten lassen.

Kentern

Die größte Gefahr, die im Winter beim Rudern lauert, ist es mit dem ganzen Boot zu kentern. So etwas kann passieren, ist aber bei geübten Ruderern relativ selten der Fall. Die Gefahr zu kentern ist in den kleineren Booten wie Einern und Zweiern am höchsten. Deswegen sollte man im Winter möglichst größere Boote wie Vierer und Achter rudern, weil da die Gefahr zum ins Wasser fallen sehr gering ist. Aber um absolut sicherzugehen, sollte ein Trainer mit dem Motorboot nebenher fahren. Zusätzlich können funktionale Schwimmwesten mehr Sicherheit geben. Als geübter Ruderer sollte man sich auch von der Gefahr zu kentern, nicht abhalten lassen, im Winter rudern zu gehen.

Kleidung

Um im Winter zu rudern reicht normale Sportbekleidung, welche für den die kälteren Temperaturen ausgelegt sind. Am besten Funktionswäsche und keine Baumwolle. Dazu noch ein paar Wintersocken und schon kann es los gehen.

Wind und Wellen

Es gibt natürlich Tage an denen es so wellig bzw. windig ist, dass es wirklich keinen Sinn macht Rudern zu gehen. Die Wellen würden ein technisch sauberes Rudern unmöglich machen. Zusätzlich besteht noch die Gefahr, dass man sehr nass wird und sich dann erkältet. Auch wenn es manchmal schwerfällt, nicht Rudern zu gehen, sollte man vielleicht besser auch ein alternatives Training wie Radfahren, Rudergerät oder laufen ausweichen.

Unter null Grad

Bis null Grad kann man ohne Bedenken rudern gehen. Sollte die Temperatur unter null Grad fallen, ist es sinnvoll nicht zu intensiv zu trainieren. Bei zu hohem Puls ist die kalte Luft nicht gerade förderlich für die Lungenfunktion. Bei moderater Belastung kann man aber durchaus rudern gehen. Auf den ersten Metern kann man zum Beispiel durch die Nase anstatt durch den Mund atmen. Dadurch wird die Luft schon etwas vorgewärmt, weil die Luft einen längeren Weg durch die Nase zurücklegen muss. Auch ein dünnes Tuch vor Mund und Nase wärmt die Luft noch mal leicht vor. Nach der Aufwärmphase kann dann wieder normal geatmet werden.

Man hat das Gewässer für sich ein alleine

Ein absoluter Vorteil ist es, dass man im Winter normalerweise das jeweilige Gewässer für sich ganz alleine hat. Im Winter werden dort sicherlich kaum Schwimmer, Angler, Motorboote, Segler, Stand-up Paddler und Ähnliches sein. Deswegen kann man als Ruderer diese Zeit durchaus genießen, wenn es am See ruhiger zugeht als sonst im ganzen Jahr. Deswegen hat man im Winter auch öfter die intensiveren Momente der Naturverbundenheit. Wenn man zum Beispiel morgens bei leichtem Nebel losrudert, die ersten Sonnenstrahlen aufkommen und die Ruhe am See genießen kann, ist das oft viel entspannter als im Sommer.

Eis

Wenn der See, Fluss oder Kanal auf dem Rudern will, zugefroren ist, kann man natürlich nicht rudern gehen. Ich denke, das versteht sich von selbst. Alternativ kann man dann Eishockey spielen oder Schlittschuhlaufen;) Gefährlich kann es werden wenn nur bestimmte Teile des Gewässers zugefroren sind. Aus der Fahrt heraus kann man oft schwer erkennen, wann das Eis anfängt und wann noch Wasser ist. In diesem Fall unbedingt dem Eis großflächig ausweichen. Es ist schon oft passiert, dass man mit solchen Eisstücken kollidiert. So etwas kann im schlimmsten Fall auch zum Kentern führen und  ist sehr gefährlich.

Fazit

Rudern im Winter ist absolut möglich und wahrscheinlich auch in den meisten Ruderverein sehr gebräuchlich. Einfach warm anziehen, möglichst nicht alleine Rudern und schon kann es losgehen. Natürlich gibt es Tage, an denen man wetter bedingt nicht rudern kann. Aber diese sind meist überschaubar, und deswegen ist das Rudern absolut ein Ganzjahressport

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