Mit dem Rennradfahren anfangen – Was brauche ich, was sollte ich beachten.

Ich persönlich bin ja eigentlich Ruderer, und habe meistens auch nur durchs Rudern meine Ausdauer trainiert. Um mehr Abwechslung für mein Training zu haben, habe ich mich dazu entschieden, auch noch mit dem Rennrad fahren anzufangen. Ich persönlich habe diesen Sport aber erst relativ spät für mich entdeckt und musste erst mal Erfahrungen sammeln, was alles benötigt wird und was man alles wissen muss, um vernünftig Rennrad zu fahren. Meine gesammelten Erfahrungen möchte ich gerne hier teilen.

Welche Erwartungen hatte ich ans Rennrad fahren

Ich persönlich habe mit dem Rennrad eine alternative Trainingsmöglichkeit zum Rudern gesucht. Ich habe ich mir erhofft, dass meine Ausdauer sich durch längere Ausfahrten mit dem Rennrad verbessert und ich dadurch dann auch beim Rudern besser werden kann. Außerdem wollte mit dem Rennrad verlassenen Landstraßen entdecken, wo ich sonst nie hingekommen wäre.

Was wird benötigt, um mit dem Rennrad fahren anzufangen

Rennrad fahren ist ein Material intensiver Sport und man muss definitiv erst mal einiges an Geld investieren, bevor die erste Fahrt absolviert werden kann. Natürlich braucht man ein Fahrrad, aber auch diverses Zubehör hat jeder Rennrad Fahrer in seinem Besitz. Hier eine Übersicht, welche Investition man tätigen muss.

Rad

Natürlich wird zum Rennrad fahren ein Rad benötigt, ohne geht es nicht. Die Frage, die ich mir gestellt habe, kaufe ich mir ein günstiges oder teureres Rad. Da ich nicht genau wusste wie intensiv ich den Radsport, neben dem Rudern betreiben wollte, habe ich mich für ein relativ günstiges Rad entschieden. Mein Fahrrad ist von Cube und hat ca. 1200€ gekostet, ähnlich wie das verlinkte.

Vor einer größeren Investition habe bin ich zurückgeschreckt, da ich selber zu wenig Erfahrung im Rennrad Bereich hatte und auch nicht genau wusste welches Rad für mich am besten passen würde. Deswegen wollte ich mit einem relativ günstigen Rad erst mal Erfahrungen sammeln und dieses einige Jahre fahren.

Schuhe

Um in Klickpedalen zu fahren, werden spezielle Rennradschuhe benötigt, an denen Adapterplatten montiert werden können, um in Pedalen fest zu verrasten.

Klickpedalen

Ein Rennrad ohne Klickpedalen ist eigentlich kein richtiges Rennrad. Da ich aber anfangs noch keine Rennrad-Schuhe hatte, habe ich mich für eine Kombisysteme entschieden mit dem ich anfangs auch ohne die passenden Klickschuhe fahren kann.

 

Pumpe in Groß und Klein

Um die Rennradreifen mit dem richtigen Luftdruck zu befüllen, werden in jedem Fall vernünftige Pumpen benötigt. Für Zu Hause wird eine größe Standpumpe benötigt, welche möglichst ein Manometer haben, damit der passende Druck eingestellt werden kann.

Für den Fall einer Reifenpanne wird für unterwegs eine kleine Pumpe benötigt, welche man bei allen Ausfahrten mit damit dabei hat. Mit dieser Pumpe kann im Fall eines platten Reifens wieder ein halbwegs vernünftiger Druck eingepumpt werden, um sicher nach Hause zu kommen.

Radcomputer mit Navigation

Die Navigation mit auf dem Rennrad ist leider ziemlich schwer. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der weiten Strecken, die man mit einem Rennrad absolvieren kann, ist die Gefahr sich mit dem Rennrad zu verfahren doch sehr hoch. Anfangs bin ich immer auf gut Glück losgefahren, und wenn ich dann nicht mehr weiter wusste, habe ich auf mein Smartphone geschaut. Auf Dauer kann das sehr nervtötend sein, da immer wieder angehalten werden muss, um auf das Handy zu schauen. Auf Dauer macht es definitiv Sinn sich einen Fahrradcomputer mit Navigation anzulegen. Dann können im Vorfeld Routen erstellt werde mit Komoot.de oder Garmin Conncet und diese dann auf den Radcomputer überspielt werden.

Ich hatte mich hier für den Garmin Edge 820 entschieden. Angenehmer Nebeneffekt eines solchen Geräts ist, dass zusätzlich die Herz- und Trittfrequenz, und die genaue Geschwindigkeit angezeigt werden können.

Satteltasche

Auch eine Satteltasche muss angeschafft werden. Darin enthalten sollten, mindestens ein Ersatzschlauch besser zwei, Reifenheber und etwas Geld sein. Zusätzlich kann darin während der Fahrt andere Sachen wie Schlüssel, Handy etc verstaut werden.

Sattel

Beim Radkauf ist normalerweise auch ein Sattel enthalten, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass zusätzlich noch ein angepasster Sattel angeschafft werden muss. Dazu muss der Abstand der Sitzknochen gemessen werden und die passende Breite ausgewählt werden. Außerdem muss die Entscheidung getroffen werden, ob im Sattel ein Loch sein muss, um die Weichteile zu schützen oder nicht. Natürlich gibt es auch Unterschiede in der Polsterung, so dass sich zwischen weich und hart entschieden werden muss. Für den Sattelkauf am besten in ein Fachgeschäft gehen und sich dort beraten lassen. Dort kann normalerweise auch der Abstand der Sitzknochen gemessen werden.

Sitzposition

Um die perfekte Sitzposition zu finden, braucht man einige Kilometer auf der Straße und auch einigen Schrauber Aufwand. Es ist anfangs ganz normal, wenn nach jeder Fahrt etwas geschraubt und verstellt werden muss. Am besten fangen Sie mit einer recht niedrigen Sitzposition an und erhöhen diese dann mit der Zeit, bis Ihr Maximum erreicht worden ist. Danach kann der Lenker Stück für Stück nach unten gesetzt werden, um in eine windschnittigere Position zu kommen. Eine gute Zusammenfassung zur Sitzposition finden Sie hier.

 Die ersten Ausfahrten

Bei den ersten Ausfahrten mit dem Rennrad geht es eigentlich nur darum, sich an das neue Fahrgefühl zu gewöhnen. Durch die schmalen Reifen ist das Handling schwieriger als bei Mountainbikes oder Cityrädern. Bei Boardsteinen und Schlaglöchern muss gut aufgepasst werden damit es nicht zu Stürzen kommt. Auch die Benutzung der Klickpedalen muss geübt werden, um nicht unfreiwillig an der Ampel umzufallen.

Faszination der Geschwindigkeit

Wer die Geschwindigkeit mag, wird Rennräder lieben. Durch die schmalen Reifen und die aerodynamische Sitzposition ist man auf einem Rennrad ziemlich flott unterwegs. 30 Km/h oder schneller auf einer ebenen Straße sind leicht erreichbar, wenn man halbwegs fit ist. In den Abfahrten werden auch leicht 60 km/h und mehr erreicht. Und das alles schafft man nur durch die eigene Kraft und Ausdauer, ohne Lärm oder Abgase zu produzieren.

Strava – Das soziale Netzwerk für Radler

Die App Stava ist Pflicht für jeden Rennradfahrer. Strava ist das soziale Netztwerk für Ausdauersportler. Dort kann man seine aufgezeichneten Ausfahrten hochladen und diese für Freunde und Abonnenten sichtbar machen. Des Weiteren kann man sich in Segmenten mit anderen Radsportlern vergleichen und wenn man in so einem Segment der schnellste ist, wird man zum KOM oder QOM (King of the Mountain / Queen of the Mountain).

Interessant für Rennradeinsteiger ist Strava auch, weil man sehen kann, wo erfahrene Rennradfahrer lang fahren. Dadurch findet man einfach Strecken, welche landschaftlich schön sind und für Rennradfahrer interessant sind.

Fazit

Leider ist Rennrad fahren ein nicht ganz billiger Sport. Anfangs muss schon erst einiges an Geld investiert werden, um auf die Straße zu kommen. Aber ich finde, diese Investitionen lohnen sich. Bei diesem Sport trainiert man optimal seine Ausdauer, ist an der frischen Luft, sieht viele neuen Gegenden und kann leicht große Entfernungen zurücklegen. Rennrad fahren gibt einem ein Gefühl der Freiheit und Ruhe. Bei den langen Ausfahrten kann mal richtig abgeschaltet werden und der der Alltag wird schnell vergessen. Ich habe den Einstieg in Rennradsport nie bereut um werde auch zukünftig oft auf dem Rad unterwegs sein.

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