Meine Auszeit – eine Saison als Parkshaper arbeiten – Schnee schaufeln, Bully fahren und natürlich Snowboarden

In der Saison 2014/2015 habe ich eine Saison in einem Skigebiet als Angestellter Parkshaper gearbeitet. Gut drei Jahre später werde ich immer noch regelmäßig von Freunden, Bekannten und Verwandten zu dieser Zeit meines Lebens angesprochen und ich habe schon ganz oft immer wieder die gleichen Fragen beantworten müssen, wie denn so ein Shaper-Leben in Wirklichkeit abläuft. Deswegen hier ein Bericht über mein Leben als Parkshaper.

Die Idee „einen Winter in den Bergen„

Den Wunsch einen Winter in den Bergen zu verbringen, hatte ich schon sehr lange. Da ich schon seit meiner frühsten Kindheit ein begeisterter Snowboardfahrer war, blöderweise aber weit weg von jeglichen Bergen aufgewachsen bin, hatte ich schon immer ein sehr großes Bedürfnis regelmäßig in die Alpen zum Skiurlaub zu fahren. Für richtige Berge müsste ich leider immer ca. 8 Stunden Autofahrt auf mich nehmen, deswegen war es meist nur schwer vereinbar mehr als zwei Wochen pro Saison Snowboarden zu fahren. Nach Ende meines Studiums bin ich dann zwar nach München gezogen und konnte dadurch natürlich öfters zum Snowboarden fahren, aber trotzdem blieb der Wunsch weiter bestehen mal einen Winter komplett in den Bergen zu sein.

Der Entschluss, Job kündigen und Bewerbungsphase

Dann Mitte des Jahres 2014 habe ich endgültig den Entschluss gefasst, dieser Winter wird mein Winter… endlich einen Winter in den Bergen sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ca. 3. Jahre in meinem ersten Job als Ingenieur gearbeitet, und da ich mich dann eh mal nach einem neuen Job umsehen wollte, dachte ich, „ja ok, dann halt erstmal eine kleine Auszeit nehmen und ab in die Berge„.

Ich habe dann meine Ingenieurs Anstellung gekündigt und jeder Arbeitskollege fragte mich, was ich denn jetzt machen werde. Die Reaktionen, als ich meinte, „Ich gehe erstmal einen Winter in die Berge„ gingen von Begeisterung und Zustimmung oder einem neutralen Schulterzucken. Ablehnende Reaktion habe ich persönlich nicht erlebt, wobei ich mir schon vorstellen kann, dass diese Kündigung doch länger im Gedächtnis geblieben ist. In den letzten Wochen musste ich so oft erzählen was ich vor habe, dass ich nur noch meine Sätze abspulte, die bis dahin schon mindestens 100 mal erzählt habe :D.

So die Kündigung war eingereicht…jetzt musste ich nur noch einen Job in den Bergen finden…das sollte ja wohl nicht so schwer sein. Denn ich wollte halt nicht nur einfach in einem Skigebiet abhängen, sondern schon eine Aufgabe haben und auch etwas Geld für den Unterhalt verdienen.

Ich habe mich also dann auf Stellen beworben, welche man so in einem Skigebiet machen kann. Zuerst habe ich mich nur auf Snowboardlehrer Stellen beworben, musste aber schnell feststellen, dass es hier recht schwer ist, etwas passendes zu finden. Ich hatte in meiner Studienzeit einen Snowboardlehrerschein gemacht, diesen aber in Deutschland erworben. Österreicher oder Schweizer waren dann doch recht unkooperativ meinen Schein anzuerkennen, sodass ich schnell keine Lust mehr hatte mich mit Skischulen herumzuschlagen. Naja, meiner Meinung nach ist der Skilehrer Beruf ziemlich überlaufen und auch überreguliert.

Ich habe mich dann nach Alternativen umgeschaut und bin schnell auf den Beruf des Parkshapers gekommen. Da ich als Ingenieur natürlich einen technischen Hintergrund habe, war für mich klar, dass mir Shapen eigentlich eh besser liegt, als irgendwelchen Kindern beizubringen, wie man Hügel herunterrutscht. Also von jetzt wurden nur noch Bewerbungen fürs Shapen verschickt. Mittlerweile hat ja fast jedes Skigebiet ein Snowpark, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie dieser betrieben wird. Entweder kümmern sich die Skigebiete mit eigenem Personal darum, oder die Parks werden von externen Firmen betreut, welche quasi Mitarbeiter, Pistenmaschinen, Know How etc. stellen. Ich habe so viele Bewerbungen wie es gerade geht los geschickt und nach einigen Hin und Her konnte ich dann bei einem Snowpark Dienstleister anfangen. Und zwar als Projektleiter für eine Funslope.

Shaper Workshop, Wohnung untervermieten, kein Schnee, Couch bei Freunden…

Da mein Unternehmen ca. 100 Mitarbeiter in den verschiedensten Skigebieten der Alpen versendet, ist der koordinative Aufwand doch recht groß. So wurden alle Führungskräfte vor der Saison zu einem Workshop eingeladen, in dem alles für die kommende Saison vorbereitet wurde. Wir wurden in zwei Tagen in die Entwicklung des Unternehmens eingeweiht, uns wurden sicherheitsrelevante Themen für den Aufbau des Parks erklärt und natürlich lernten wir auch unsere Kollegen und die Chefetage des Unternehmens kennen.

Viele meiner Shaper Kollegen waren ehemalige Snowboard Profis oder waren in anderen Bereichen innerhalb der Freestyle Branche tätig. Ich bin sicher kein schlechter Snowboarder, aber in diesem Kreise war ich wahrscheinlich am unteren Ende anzusiedeln, was die Snowboardfähigkeiten anbelangt. Viele waren auch schon mehrere Jahre als Shaper tätig und haben so schon einige Saisons so in den Bergen verbracht. Quereinsteiger wie ich, die aus einem akademischen Beruf kamen, waren kaum dabei und somit war ich mehr oder weniger der Exot auf dem Workshop. Das Highlight dieses Wochenendes war dann die abschließende Einkleidung, in der wir mit allem versorgt wurden, was für die Saison benötigt wird. Dazu gehörten die Snowboardhose und Jacke mit eingeprägtem Firmenlogo sowie Handschuhe, Stirnlampe, Taschenlampe, Rucksack und Weste.

Nach dem Workshop hieß es dann für mich, alles weitere für die Saison vorzubereiten. In erster Linie war das dafür zu sorgen, dass meine Wohnung für die Zeit untervermietet wurde. Da die ursprüngliche Planung es war, ab Mitte Dezember mit dem Parkaufbau anzufangen habe ich auch so geplant meine Wohnung ab dann zu vermieten. Nach einigen Gesprächen mit potenziellen Mietern konnte, wurde ich mir mit einer Studentin einig, welche für diesen Zeitraum eine passende Wohnung suchte. Ab Mitte Dezember war meine Wohnung dann untervermietet und ich war bereit für die Saison.

Problem war dabei nur, dass der Schnee doch länger auf sich warten ließ. Täglich wurde der Wetterbericht geprüft aber einfach kein Schnee in Sicht. Ja ok, blöd gelaufen. Da ich jetzt keine Wohnung mehr hatte, musste ich mich erst mal bei Freunden auf der Couch einquartieren. Und so vergingen die Tage und man wartete auf seinen Einsatzbefehl. Dann wurde auch schnell klar, dass es vor Weihnachten nicht mehr losgehen wird. Die Snowparks und Funslopes werden halt meist zuletzt aufgebaut, weil natürlich jedes Skigebiet erst mal versucht die Pisten in guter Qualität zu präparieren. Wenn die Pisten alle offen sind, dann wird im Anschluss alles weitere wie Snowparks etc. aufgebaut. Und so musste ich mich etwas gedulden und konnte doch noch Weihnachten mit meinen Eltern feiern.

Den ersten Park aufbauen

Dann endlich kam der Anruf, dass es jetzt losgeht. Zwar noch nicht in meinem ursprünglichen Skigebiet, aber in einem anderen Skigebiet wurde Unterstützung benötigt. Ich war heilfroh über diese Nachricht und dass damit die lange Zeit des Wartens ein Ende hatte. Somit bin ich schnellstmöglich losgefahren und konnte es kaum noch abwarten.

Im Skigebiet angekommen wurde ich einer Wohnung einquartiert und am nächsten Tag ging es dann auch schon mit dem Aufbau los. Zusammen mit dem österreichischen Meister in der Halfpipe haben wir angefangen, den Park aufzubauen. Der Park war in einem Familienskigebiet und war somit hauptsächlich für Einsteiger und Anfänger gedacht. Es mussten mehrere Boxen, Butterboxen aufgestellt werden und zwei kleinere Kicker rundeten den Park ab. Dafür mussten wir zusammen mit dem Bully Fahrer erstmal die grob dem Schnee so zusammenschieben, dass die Positionen der Boxen und Sprünge bestimmt wurden. Dann müssten wir per Hand die Boxen an die jeweilige Position ziehen, mit Schaufeln und Shape Tool einbauen und anschließend sauber abstechen. Nach Jahren musste ich mal wieder körperlich arbeiten, eine nette Abwechslung zu meinem Bürojob der letzten Zeit. Nach einem Tag hatten wir den ganzen Park aufgebaut und es mussten anschließend nur noch Detailarbeiten erledigt werden. Und natürlich die tägliche Pflege.

Innerhalb des Aufbaus konnte ich auch zum ersten mal auf einem Skido mitfahren. Ich konnte gleich am eigenen Leib erfahren, dass diese gar nicht so einfach zu steuern sind, da wir bereits nach einigen Metern umgefallen sind:D Naja, das kommt wohl öfters vor, meinte mein Fahrer unbeeindruckt.

In den nächsten Tagen habe ich noch die Zeit genutzt, um den Park weiter zu verbessern und auch selber ein bisschen Snowboard zu fahren. Dann kam auch der Anruf, dass ich jetzt in mein eigentliches Skigebiet reisen soll, da auch dort jetzt der Aufbau beginnen soll.test

Schnee zusammen schieben

Boxen aufbauen

Endlich angekommen, den nächsten Park aufbauen

Nach Wochen, in denen ich nur aus dem Koffer gelebt habe und alle meine Sachen im Auto lagerten, war ich froh endlich meine finale Unterkunft erreicht zu haben. Abends angekommen konnte ich endlich mal das ganze Auto auspacken und mich in meiner gestellten Unterkunft einrichten. Ich hatte eine schöne Ferienwohnung mit Küche und W-Lan, zwar etwas außerhalb aber trotzdem noch ganz gut zu erreichen.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon zum Park aufbauen. Anders als beim ersten Aufbau handelte es sich hier um eine Funslope. Eine Funslope eine spezielle  und abgetrennte Piste, welche mit Steilkurven, Wellen, Tunneln, Boxen, Wanne und Schnecken ausgestattet ist und gerade Kindern den spielerischen Einstieg in das Parkfahren ermöglichen soll. Aber auch Erwachsene und Wintersportler, welche sonst nicht in den Snowparks unterwegs sind, können sich hier austoben.

Die Erfahrungen und aus dem ersten Parkaufbau kamen mir natürlich zugute und ich wusste jetzt schon besser, worauf zu achten war. Aufgebaut habe ich den Park mit einem Kollegen aus meiner Firma der schon ewig Snowparks aufgebaut, angefangen hat er parallel zum Studium und bis zur jetzigen Anstellung er dabei geblieben. Unterstützt wurden wir mit zwei Bullyfahrern und noch zwei weiteren Angestellten der Bergbahnen, die mit Ski Do ausgestattet waren.

Ähnlich wie beim ersten Park waren erst die Bullyfahrer gefragt. Schnee zusammenschieben, Steilkurven anlegen, Positionen für Wanne und Box festlegen, Wellen anschieben. Während die Bullys arbeiteten, haben wir alles benötigte Equipment aus dem Lager geholt. Darunter waren hauptsächlich Netze, Zäune, das Rohr für die Schnecke, etc.

Da die Funslope doch deutlich länger ist als der erste Park, haben wir auch zwei ganze Tage gebraucht um ein erstes Grund Setup aufzubauen. Nach einiger Zeit haben wir dann auch noch einen Tunnel hinzugefügt und weitere Details verbessert.

Box in Position ziehen

Schnee schieben

Schnecke aufbauen

Tunnel Aufbau

Einfahrt der Funslope im aufgebauten Zustand

Instandhaltung, Der Tagesablauf

Nachdem Park aufgebaut war, ging es darum diesen jeden Tag zu pflegen und immer ansprechend aussehen zu lassen. Dafür müssen außerhalb der Liftzeiten sogenannte Re-Shapes durchführen. Sprich alles was nicht mit den Pistenmaschinen präpariert werden kann, muss per Hand in Schuss gebracht werden. Dazu gehören meist die Auffahrten und Landungen bei den Boxen, die Tunnel und Schnecken Durchfahrt und weitere Detailbereiche. Auch müssen Zäune aufgesteckt werden, damit der Bully barrierefrei durchfahren kann.

Ganz oft wurde ich gefragt, wie denn so ein Tagesablauf als Shaper ausschaut. Die Tage verliefen eigentlich immer recht ähnlich ab und doch war es jeder Tag etwas anders. Wobei das Wetter eigentlich immer den ausschlaggebend dafür ist, wie es jeweils im Detail verläuft. An einem Tag ohne großen Schneefall war es bei mir ungefähr so.

8 Uhr, mit einer der ersten Gondeln auf den Berg

8:30 bis 9:30Uhr, Park herrichten, Zäune zustecken, Bully Arbeit kontrollieren, Gefährliche Schneeknollen entfernen, Neuschnee ausschaufeln, Projektbuch ausfüllen

09:30 bis 12 Uhr, freies Snowboard fahren, parallel oft organisatorische Tätigkeiten wie Telefonieren, E-Mail schreiben, Rücksprachen mit Bergbahnen

12 bis 12:45 Uhr, Mittag auf der Stammhütte

12:45 bis 13:15 Uhr, Kontrollfahrt und oft kleinerer Ausbesserungen wie umgekippte Zäune aufstellen, ausgefahrene Bereiche wieder im Schnee füllen etc.

13:15 bis 15:30 Uhr, freies Snowboard fahren, parallel oft organisatorische Tätigkeiten wie Telefonieren, E-Mail schreiben, Rücksprachen mit Bergbahnen

15:30 bis 16:00 Uhr, Reshape vorbereiten, Werkzeug raussuchen,

16:00 bis 17:30 Uhr, Reshape durchführen, größere Verbesserungen durchführen, Boxen neu setzten, Zäune setzen, Shapen, Schaufeln etc.

17:30 bis 18:00 Uhr,  Fahrt ins Tal

An einem normalen Tag ohne besonders viel Neuschnee und ohne größere Änderungen hat man also durchaus 4 bis 5 Stunden Zeit, ums für sich Snowboard zu fahren. Das ist meiner Meinung nach der große Vorteil im Vergleich zum Skilehrerberuf. Es gibt aber Tage, wo man fast gar keine Zeit hat selber zu fahren, da evtl. Rücksprachen mit den Bergbahnen geführt werden muss, es soviel Neuschnee gab das man den ganzen Tag schaufeln muss, Qualitätskontrollen durchgeführt werden oder auch sonstige organisatorische Tätigkeiten erledigt werden müssen.

Kurz nach 8 Uhr, und auf dem Weg zur Arbeit. Noch keine Touristen am Berg

meine Kundschaft, ja nicht vordrängeln;)

Liftler und Hüttenwirte

So ein Skigebiet ist schon eine eingeschworene Gemeinschaft. Jeder kennt jeden schon seit Jahren und im Winter sieht man sich fast täglich. Ich als Gebürtiger Flachland Tiroler war da mal wieder der Exot. Aber mit der Zeit lernt man so ziemlich alle Liftler, Hüttenwirte und Bullyfahrer kennen und kann sich mit ihnen immer über die aktuellen Themen im Skigebiet austauschen.

Schlechte Tage daheim, ansonsten Powder und Park, besser Snowboard fahren

Wenn man die ganze Saison im Skigebiet arbeitet, verändert sich auch die Fahrweise. Als Tourist bin ich früher immer von morgens bis abends gefahren, egal wie schlecht das Wetter war. Schließlich muss es ausgenutzt werden, wenn man schon mal die Möglichkeit hat.

Als Shaper sucht man sich recht schnell nur die Sahneschnitten heraus. Bei wirklich schlechtem Wetter macht man abends und morgens nur die Arbeit im Park und verbringt den restlichen Tag zu Hause im warmen. Wenn es Neuschnee gab, fährt man nach der Arbeit im Tiefeschnee, und aufgrund der besseren Ortskenntnis weiß man ganz genau, wo es die besten Abfahrten gibt.

An sonnigen Tagen fährt man dann meist im Park. Sprünge üben, Rails sliden etc. In meinem Skigebiet gab es zum Glück auch einen fortgeschrittenen Park mit großen Sprüngen und Rails, wo ich dann die meiste Zeit unterwegs war. Dieser wurde aber nicht von mir betreut, aber natürlich lernt man die Shaper von dort auch kennen und kann sich austauschen. Auf Pisten wird natürlich auch gefahren, aber nach einiger Zeit kennt man natürlich alle Pisten und da bietet der Park, doch mehr Möglichkeiten sich auszutoben. Bei guten Wetter saß ich dann auch oft an meiner verlassenen Hütte und entspannte in der Sonne im Liegestuhl.

meine geliebte Sonnenhütte mit Liegestuhl

Mit den vielen Tagen am Berg wurden natürlich auch meine Snowboard-Fähigkeiten immer besser. Die Einheimischen und Shaper, welche schon seit Jahren in der Bergen unterwegs sind, haben natürlich einen Vorsprung, welchen man natürlich nicht in einer Saison aufholen kann. Aber im Vergleich zu den allermeisten Touristen ist man doch deutlich besser auf dem Brett unterwegs. Auf Rails und 10m Sprüngen war ich schnell relativ sicher, wovon in vor meiner Zeit als Shaper nur träumen konnte. Nach einer Saison ist man mit seinen Fähigkeiten zwar nicht so gut, wie Einheimische aber den meisten anderen doch deutlich überlegen.

Insiderinformationen

Als Shaper bekommt man viele Informationen mit, die man als Tourist kaum wahrnimmt. Wie funktioniert die Kunstschnee Produktion, wie genau werden die Pisten präpariert, wann werden Lawinensprengungen durchgeführt, wo hat sich wer verletzt, wie wird der Skilift bedient, wie wird der Speichersee befüllt, warum wird die Piste oder Lift gesperrt usw. Ich fand sowas immer sehr spannend.

Gehalt, Unterhalt

Ganz oft wurde ich auch gefragt, was denn so ein Shaper verdient. Pauschal ist es natürlich schwer zu beantworten. Da ich als Projektleiter eingestuft worden bin, war mein Verdienst sicherlich besser als der eines normalen Shapers, aber trotzdem natürlich deutlich weniger als mein Ingenieursgehalt. Im Endeffekt hatte ich aber keine großen Geldprobleme während der Saison, da mir eine Wohnung gestellt worden ist, sprich die Mietkosten fielen weg. Und da ich eh fast den ganzen Tag auf dem Berg war, hatte ich auch kaum Möglichkeiten großartig Geld auszugeben. Die Hauptausgaben waren somit Essen und Trinken. Wobei ich morgens und abends selber in der Wohnung kochen konnte. Ganz oft wurde ich auch gefragt was denn so ein Shaper verdient. Pauschal ist es natürlich schwer zu beantworten. Da ich als Projektleiter eingestuft worden bin war mein Verdienst sicherlich besser als der eines normalen Shapers, aber trotzdem natürlich deutlich weniger als mein Ingenieursgehalt. Im Endeffekt hatte ich aber keine großen Geldprobleme während der Saison, da mir eine Wohnung gestellt worden ist, sprich die Mietkosten fielen weg. Und da ich eh fast den ganzen Tag auf dem Berg war, hatte ich auch kaum Möglichkeiten großartig Geld auszugeben. Die Hauptausgaben waren somit Essen und Trinken. Wobei ich morgens und abends selber in der Wohnung kochen konnte. Und Mittags habe ich meist das vergünstigte Liftlermenü  in der Hütte gegessen. Was vom Preis Leistungsverhältnis sehr gut war. Ab und zu habe ich auch mein Mittagessen mitgenommen und das in der Liftlerhütte verspeist. Wenn man keinen allzu ausschweifenden Lebensstil hat, kommt mit den Shapergehalt eigentlich gut durch die Saison. Ab und zu mal ein Bier oder Apresski war auch leicht möglich.

Das Ende der Saison, der Abbau, Verabschiedung

Gegen Ende der Saison merkt man bei allen Kollegen doch eine gewisse Wintermüdigkeit. Nach dem langen Winter freuen sich eigentlich alle auf den Frühling und großteils wird versucht nur noch die Saison rumzubekommen. Die ersten Pisten werden schon vorzeitig gesperrt, weil die Sonne braune Löcher in den Schnee gefressen hat. Auch die Gäste werden weniger und so richtig interessiert es keinen mehr auf die Piste zu gehen. Eine typische Frage in dieser Zeit war „was machst du denn im Sommer„. Für mich persönlich ging es ab jetzt auch darum mir mal Gedanken drüber zu machen, was ich denn jetzt dann mit meinem Leben anfangen möchte.

Am letzten Tag haben wir dann in der Hütte einige Bierchen mit den Kollegen getrunken und schon mal den Abbau vorbereitet. Ich persönlich war bei Abbau nicht mehr beteiligt, da die Bergbahnen das selbst übernehmen wollte, bzw. auch warten wollte bis die Sonne alles freigelegt hat. Ich musste nur eine Inventarliste anlegen, damit im nächsten Jahr alle wissen, welches Equipment schon vor Ort ist.

Wieder in der Großstadt, der Einstieg ins bürgerliche Leben

Die Rückreise nach München war natürlich etwas komisch, nach so langer Zeit in den Bergen hatte ich schon ein bisschen Wehmut. Aber natürlich auch die Freude darauf Freunde und Bekannte wieder zu sehen etc. In der Großstadt angekommen war ich erst mal ziemlich überfordert mit dem Straßenverkehr und dem Lärmpegel. Im Dörfle geht es schon entspannter zu. Ehrlich gesagt hatte nicht damit gerechnet, dass die Eingliederung in die Großstadt so schwierig sein würde, da ich es ja eigentlich alles schon kannte. Nach ein bis zwei Wochen fühlte ich mich dann auch wieder als Städter. Für mich kam dann die Überlegung, was ich jetzt machen wollte und auch eine Zeit, um das erlebte zu verarbeiten. Es stand eigentlich schon vorher fest, dass ich wieder in meinen Ingenieursberuf zurückkehren möchte, und somit fing ich an Bewerbungen zu schreiben und mich nach Jobpositionen umzuschauen. Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich die ersten Einladungen zu Vorstellungsgesprächen bekommen. Witziger weise musste ich in den Vorstellungsgesprächen immer ausgiebig über meine Zeit in den Bergen berichten und jeder wollte genau wissen was ich dort gemacht habe. Gegen Ende der Gespräche wurde dann meist erst über meine Qualifikationen als Ingenieur gesprochen. Nach einiger Zeit hatte ich dann auch ein passendes Angebot und ich war wieder im bürgerlichen Leben angekommen.

Würde ich es nochmal machen, Drei Jahre später

Ich wurde auch ganz oft gefragt, ob ich denn jetzt dauerhaft als Shaper arbeiten wollte. Für mich persönlich war das Ganze ein großes Abenteuer und als eine Auszeit gedacht. Deswegen hatte ich keine Ambitionen dauerhaft als Shaper zu arbeiten. Ich kann aber jeden verstehen der machen möchte.

Knapp drei Jahre später bin ich immer noch als Ingenieur tätig, und das wird wohl auch so bleiben. Mein Verhalten zum Snowboard fahren hat sich nach meiner Zeit als Shaper schon etwas verändert, denn seit dem bin ich eigentlich kaum noch fahren gewesen. Irgendwie hat man das Gefühl fast alles erlebt zu haben und ein normaler Tag auf der Piste ist einfach nicht mehr soooo spannend. Ehrlich gesagt fand ich die Zeit als Shaper immer interessanter, als jetzt einen normalen Skiurlaub. Ich fand es richtig cool, eine Aufgabe im Skigebiet zu haben und trotzdem gleichzeitig genügend Zeit zum selber fahren zu haben. Jetzt als Tourist am Berg ist es doch irgendwie etwas langweilig 😀 zumindest geht es mir so. Aber ich denke es kommen auch wieder Phasen, wo ich richtig Bock auf Snowboarden bekomme.

So im Nachhinein betrachtet denke ich immer wieder gerne an diese Zeit zurück. Es ist einfach ein gutes Gefühl, mal aus dem Hamsterrad ausgebrochen zu sein und diese Erfahrungen gemacht zu haben. Diese Zeit hat mich doch schon mehr geprägt, als man es vermuten konnte. Auch rein äußerlich, denn seit dem habe ich schulterlange Haare. Während dem gesamten Winter war ich nicht einmal beim Friseur, denn natürlich hat im Skigebiet immer eine Mütze oder einen Helm auf, was es den Friseurbesuch einfach unnötig gemacht hat. Und dann hatte ich doch recht schnell eine Haarlänge, wo man sich die Strähnen einfach hinter den Ohren klemmen kann und seit dem lasse ich es eigentlich noch länger wachsen.

Fazit

Shapen ist definitiv der interessante und spannendste Job, den man so als Quereinsteiger in den Bergen machen kann. Gerade im Vergleich zu den Skilehrern hat man einfach viel mehr Tagesfreizeit, wo man selber fahren kann und kann viel unabhängiger agieren. Das Shapen ist technisch anspruchsvoll und jeder Tag am Berg doch anders ist, und automatisch lernt viel über Abläufe in einem Skigebiet. Die Zusammenarbeit mit schwerem Gerät wie Bully und Ski Dos, ist natürlich gerade für Männer ein Kindheitstraum. Deren Kraft ist schon wirklich unglaublich und welche Massen an Schnee man bewegen kann, lässt einem schon ins Schwärmen bringen. Zusammen mit den organisatorischen Aufgaben, die ich als Projektleiter hatte, ist die Arbeit als Shaper wirklich sehr spannend und kann dazu noch jeden Tag am Berg in der Natur sein. Ich kann es jeden wirklich nur empfehlen selber mal eine Saison als Shaper zu arbeiten, denn es ist wirklich eine unvergleichliche Lebenserfahrung.

2 Gedanken zu „Meine Auszeit – eine Saison als Parkshaper arbeiten – Schnee schaufeln, Bully fahren und natürlich Snowboarden

  1. Bauchtrainer Test

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  2. Seb

    Hi,

    einen schönen Einblick gibst du da in dieses Berufsfeld. Ich spiele auch gerade mit dem Gedanken und dein Artikel hat den Entschluss befeuert; danke dafür 🙂

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