Klischees und Vorurteile rund um den Rudersport

Rund um den Rudersport gibt es viele Meinungen, die der Wahrheit nur zum Teil stimmen. In den Rudervereinen und Clubs werden diese Vorurteile teilweise widerlegt und anders gelebt. Trotzdem gibt es einigen Klischees, die sich dauerhaft halten.

Alle Ruderer sind groß

Körpergröße hilft beim Rudern sicherlich, um in diesem Sport erfolgreich zu sein. Aber um diesen Sport auszuführen, ist es überhaupt nicht nötig sehr groß zu sein. In Rudervereinen sieht man immer wieder Mannschaften, wo große und kleine Menschen zusammen in einem Boot rudern. Ja sogar Männer und Frauen rudern sehr oft zusammen und fahren sogar auf Regatten in Mixed Rennen. Für kleinere Ruderer, die im Leistungssport aktiv werden wollen, gibt es auch Leichtgewichtsklassen, in denen üblicherweise die kleineren und somit leichteren Sportler gegeneinander fahren. Es kann also jeder mit dem Rudersport anfangen, egal welche Größe er hat.

Rudern und Paddeln ist der gleiche Sport

Rudern und Paddeln haben eigentlich nur die Gemeinsamkeit, dass Sie in einem Boot und auf dem Wasser ausgeführt werden. Der Bewegungsablauf ist völlig unterschiedlich. So fahren Paddler mit dem Gesicht zur Fahrrichtung und Ruderer sind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Außerdem ist Rudern ein Ganzkörpertraining das 80% aller Muskeln im Körper beansprucht, wogegen beim Paddeln wird überwiegend nur der Oberkörper trainiert wird.

Rudern ist einfach

Immer wieder wird unterschätzt das Rudern eine sehr technisch anspruchsvolle Sportart ist. Viele Anfänger glauben ganz schnell diesen Sport perfekt ausführen zu können weil es ja immer die gleiche Bewegung ist. Für die Ruderbewegung wird aber ein gute Koordination zwischen Beinen, Oberkörper und Händen benötigt. Außerdem kommt hinzu, dass im Ruderboot die Balance gehalten werden muss. Jeder kann Rudern lernen, aber es benötigt etwas an Zeit und Übung.

Alle Ruderer haben ein breites Kreuz

Ein breites Kreuz kann sich ich bei einem Ruderer entwickeln, der viel trainiert und den passenden Körperbau dazu hat. In den Rudervereinen gibt es aber auch genug Sportler, die nicht so muskulös sind und vielleicht sogar einen Bierbauch haben. Diese haben trotzdem sehr viel Spaß am Rudern, auch wenn sie den Sport nur als Hobby sehen. Ein breites Kreuz ist für das Rudern kein muss, wenn man aber viel trainiert kommt dieses vom Rudern aber fast alleine.

Rudern ist ein Elitesport und sehr teuer

Der Rudersport wird üblicherweise in einem Verein oder Clubs ausgeführt und dieser stellt auch die Boote und die Ausrüstung zur Verfügung. Der Rudersportler muss natürlich einen Beitrag an den Verein zahlen, dieser ist aber im Vergleich zu Fitnessstudios nicht teurer, meisten eher günstiger ist. Somit kann sich der Rudersport eigentlich jeder leisten und auch durchführen. Zusätzlich zu den Booten gibt es meist noch eine Kraftraum, der genutzt werden kann und weil die meisten Vereine natürlich direkt an einem Gewässer liegen kann man dort auch oft eine Bademöglichkeit benutzten.

Rudern ist nicht anstrengend

Wenn man den Rudersport erlernen möchte, wird erst mal hohen Wert auf das erlernen der richtigen Technik gelegt. In dieser Phase ist Rudern noch nicht wirklich anstrengend da man versucht, den Bewegungsablauf mit möglichst geringer Kraft zu lernen. Sobald man aber die Technik einmal beherrscht, kann man auch mehr Kraft einsetzen und sich schrittweise an seine Grenzen herantasten. Wenn man dann irgendwann an Wettkämpfen und Regatten teilnimmt, wird das Rudern wirklich sehr anstrengend. Man geht dort bis an seine persönliche Leistungsgrenze und powert alles aus sich heraus.

Rudern ist langweilig

Im Grunde genommen macht man beim Rudern ja immer wieder die gleiche Bewegung und vielleicht kommt man deswegen auf die Idee, das es irgendwann langweilig werden könnte. Aber ich rudere schon fast mein ganzes Leben und ich finde Rudern immer noch spannend und interessant. Vor allem macht es sehr viel Spaß. Man betreibt einen Sport in der Natur, auf einem Gewässer an der frischen Luft. Man kann ihn sowohl alleine als auch in einer Mannschaft durchführen. Man wird technisch und koordinativ gefordert und muss seine Kraft möglichst effektiv einsetzen. Rudern ist eigentlich immer anders, entweder man rudert mit anderen Leuten, in anderen Booten, auf anderen Gewässern oder bei anderem Wetter. Rudern ist ein sehr abwechslungsreicher Sport.

Fazit

An einigen der hier vorgestellten Klischees ist sicher etwas Wahres dran, aber man darf nicht vergessen, dass es im Rudersport auch eine breit Masse gibt, die diesen nur als Hobby ausführt. Die Athleten im Weltklassenbereich sehen sicher alle ähnlich gebaut aus. Ich kann jedem nur raten sich ein eigenes Bild in einem Ruderverein zu machen und zu entdecken, wie der Rudersport gelebt wird. Ich wette sobald Sie erst mal mit dem Rudersport angefangen haben werden Freunde und Kollegen mit ähnlichen Klischees auf Sie zukommen.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.