Eine Rennrad Tour planen – Natur, ruhige Straßen und Herausforderungen

Ob ein Tag auf dem Rennrad in Frust oder Begeisterung endet, ist großteils von der Planung der jeweiligen Route abhängig. Wenn schlechte Straßen und verkehrsreiche Bereiche den Großteil der Strecke ausmachen, wird wahrscheinlich ziemlich viel Frust während und nach der Fahrt dabei sein. Um genau das zu verhindern, sollte vor Antritt einer Rennradtour ein wenig Zeit investiert werden, um die Ausfahrt in einem begeisterten Erlebnis enden zu lassen.

Die Route zu planen ist besser, als einfach so los zufahren

Als ich  mit dem Rennradfahren angefangen habe, bin ich einfach immer so losgefahren und habe man geschaut, wo es mich hin verschlägt. Dabei habe ich immer schnell, Begegnungen mit Straßen gemacht, welche eigentlich für Rennrad fahren geeignet sind. Schotter und Waldwege sind einfach nicht für die schmalen Rennradreifen. Nach einigen solcher negativ Erfahrungen habe dann angefangen meine Touren mit Routenplaner zu erstellen.

Um eine Route zu erstellen, wird eine gewisse Software bzw. Plattform benötigt. Ich persönlich habe mit Komoot die besten Erfahrungen gemacht. Für Rennradfahrer ist sehr wichtig zu wissen, auf welchem Straßenbelag die Tour verläuft bzw. ist es problematisch, wenn auf einmal die glatt asphaltierte Straße in einen schlammigen Feldweg endet. Mit einem Rennrad versucht man doch solche Überraschungen zu vermeiden. Komoot.de hat die Möglichkeit genau anzeigen zu lassen welche Streckenabschnitte mit welchen Belag ausgestattet sind. Außerdem werden bei Komoot Empfelungen von Teilabschnitte angegeben, welche besonders gut für Rennräder geeignet sind.

GPS Gerät bzw Smartphone mit Haltering

Langfristig wird sich die Anschaffung eines GPS Rad Gerätes nicht vermeiden lassen. Nicht nur, dass diese einem Geschwindigkeit, Tritt und Herzfrequenz anzeigen lassen können. Auch für die Navigation ist dieses unabdingbar. Mit dem Rennrad werden so große Strecken zurückgelegt, dass selbst bei guter Ortskenntnis nicht immer jede Abbiegung bekannt ist.

Nach Erstellung der Route kann dann die GPS Datei auf den Fahrradcomputer übertragen werden. Nun kann ähnlich wie bei Autonavi die Route abgefahren und werden und je nach GPS Computer werden einem auch Hinweise darüber gegeben, wann abzubiegen ist etc.

 

Wie viele Kilometer möchte ich denn fahren

Vor einer Rennrad Tour sollte sich darüber Gedanken gemacht werden, wie viele Kilometer überhaupt zurückgelegt will. Je nach Zeit, Vorliebe und Fitness sollte eine Kilometerzahl festgelegt werden. Und dann die Route so geplant werden, dass diese erreicht werden. Besser erst mit wenigen Kilometern anfangen, um sich dann langsam zu steigen. Möglichst sollte es auch vermieden werden die Länge und Geschwindigkeit gleichzeitig zu erhöhen. Am besten erst die Kilometer von Einheit zu Einheit um 10 km zu steigern, und dann anschließend mal eine kürzere Einheit absolvieren, wo richtig Gas gegeben wird.

Wind, der schlimmste Feind oder liebste Freund

Je nach Windrichtung an dem jeweiligen Tag kann die Rennrad Route angepasst oder anders ausgewählt werden. Es kann sehr entkräftend sein, eine lange Strecke direkt gegen den Wind zu fahren. Deswegen sollte auch beachtetet werden Strecken die gegen den Wind liegen in möglichst bewaldeten Gebiet zu absolvieren. Für einen Streckenabschnitt mit Schiebewind ist es natürlich erwünscht, wenn dieser durch offenes Gelände absolviert werden kann, da dadurch zusätzliche Geschwindigkeit erreicht werden kann.

Stressige Straßen

Der Albtraum eines jeden Rennradfahrers ist es natürlich, wenn man an einer Hauptstraße alle paar Sekunden von Autos oder noch schlimmer LKWs überholt zu werden. Ganz vermeiden lassen sich Hauptstraßen als Rennfahrer natürlich nicht, aber zumindest kann man darauf achten, dass die stressigen Bereiche möglichst nicht bergauf absolviert werden.

Eine Hauptstraße mit viel Verkehr ist viel angenehmer, wenn ich als Radsportler selber eine höhere Geschwindigkeit habe. Besser ist es sich für die Bergauf Fahrten ruhige Straßen rauszusuchen, um diese auch dementsprechend genießen zu können.

Höhenmeter

Je nachdem in welcher Umgebung man seine Rennradtour absolvieren möchte, können auch die Höhenmeter darüber entscheiden, ob eine Tour, eine entspannte Runde wird, oder das sehr körperlich fordernd ist. Wenn auf einer 100km Runde nur 200 Höhenmeter absolviert werden, dann ist das kaum wahrzunehmen und bis auf einen oder zwei kurze Anstiege wird es eine Flachetappe sein. Die 100km werden wahrscheinlich recht entspannt zu absolvieren sein ohne, dass besonders intensive Berge absolviert werden müssen.

Wenn aber dann auf 100km mehr als 2000 Höhenmeter zu bewältigen sind, dann wird das ganze schon deutlich anspruchsvoller. Es dürften dann überwiegend auf und ab Passagen in dieser Tour enthalten sein, oder auch zwei bis drei längere Anstiege. Natürlich gibt es dann auch einige Abfahrten, auf denen sich erholt werden kann, aber trotzdem ist so eine Etappe wohl viel anstrengender als eine Flachetappe von gleicher Länge. Genau wie bei der Streckenlänge sollten auch die Höhenmeter erst langsam gesteigert werden.

Steigungen in Prozent

Ein Rennrad ist ja kein Mountainbike, deswegen sollte auch darauf geachtet werden, wie groß die maximalen Prozent Steigungen sind. Da die üblichen Rennrad Übersetzungen meist nicht für die ganz steilen Hänge ausgelegt sind, sollte berücksichtigt werden, ob wirklich diese Abschnitte in die Tour mit aufgenommen werden sollten.

Bis 12% kann eigentlich noch flüssig und hinauf geradelt werden. Zwischen 12 und 17 Prozent ist zwar schon sehr steil, aber auch das kann noch gut absolviert werden. Abstiege ab 18 und noch steiler, sind dann schon sehr fordernd. Hier muss eigentlich der leichteste Gang eingelegt werden und dann zusätzlich noch im Stehen pedaliert werden. Die Trittfrequenz ist dann meist überhaupt nicht mehr flüssig und es muss darum gekämpft werden, nicht stehen zu bleiben. Solche Anstiege machen auch Spaß, aber für Anfänger ist es nicht immer zu empfehlen, da diese dann wohl zwischendurch auch schieben müssten. Und das ist kein Spaß mit Rennrad Schuhen und sollte deswegen besser vermieden werden.

Verpflegung, besser zu viel als zu wenig

Gerade bei langen Touren ist die Verpflegung unerlässlich. Wenn zu wenig gegessen und getrunken wird, kommt früher oder später der Mann mit dem Hammer vorbei und dann zieht sich jeder Kilometer wie Kaugummi. Das macht natürlich überhaupt keinen Spaß und irgendwann ist man nur noch froh zu Hause anzukommen. Beim Rennrad fahren werden einfach sehr viel Kalorien verbrannt und es kann leicht passieren das einem die Energie ausgeht. Das sollte natürlich in jedem Fall vermieden werden und deswegen immer genügend Nahrung mit auf der Tour zu haben.

Ich persönlich versuche immer die Hälfte der Kalorien, die während der Tour verbrauche, während dem Rennradfahren durch feste oder flüssige Nahrung aufzufüllen. Als Beispiel, für eine 60km Runde brauche ich ca. 2 Stunden. Wenn ich nicht zu intensiv fahre, werde ich ca. 600 Kalorien pro Stunde verbrauchen, sprich 1200 Kalorien insgesamt. Das heißt für mich das ich 600 Kalorien während dieser Belastung zu mir nehmen muss. Das entspricht in etwa einem Hafervoll Riegel, einer Flasche mit Dextro Energie (Link) und noch ein paar Streifen Maoam😉

Viele erfahrende Rennradfahrer werden solche mittellangen Touren vielleicht auch ganz ohne Essen oder vielleicht auch ohne Trinkfalsche durchführen. Ich persönlich bin aber hier sehr vorsichtig, da ich nicht möchte in ein Übertraining zu geraten, welches oft auf einen entleerten Kohlenhydratspeicher zurückzuführen ist.

Fazit

Wenn diese Punkte beachtet werden, dann wird jede Fahrt mit dem Rennrad zu einem unvergleichbaren Erlebnis und motiviert einem ungemein, weiterhin auf dem Rad Gas zu geben. Nicht alle Straßen sind fürs Rennradfahren geeignet, deswegen kann man sich mit kleinen technischen Hilfsmitteln dafür Sorgen nur Straßen zu finden, auf denen Rennradfahren wirklich Spaß macht.

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